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Ken Wilber

Artikel - Lexikon spiritueller Lehrer

 Ken Wilber

Integrale Spiritualität

Mit Büchern über Spiritualität und Wissenschaft, sowie Übersetzungen in zwanzig Ländern ist Wilber heute der meistübersetzte akademische Autor in den Vereinigten Staaten. Ken Wilber ist der bedeutendste Vorreiter des integralen Paradigmas und wird als wichtiger Vertreter der transpersonalen Psychologie angesehen, die in den Sechzigern aus der humanistischen Psychologie entstand und sich ausdrücklich mit Spiritualität befasst. Wegen der fundamentalen und Neuland erobernden Natur seiner Einsichten wurde er »der Einstein des Bewusstseins« genannt.

Ken Wilber wurde 1949 in Oklahoma City geboren und verbrachte seine Schulzeit an vielen Orten, da sein Vater war in der Armee war. In Lincoln, Nebraska schloss er die Highschool ab und begann ein Medizinstudium an der Duke University. Jedoch verlor er im ersten Jahr jedes Interesse an einer wissenschaftlichen Laufbahn und begann, über Psychologie und Philosophie, östliche wie westliche, zu lesen. Er ging zurück nach Nebraska um Biochemie zu studieren, brach jedoch nach wenigen Jahren ab, um seine gesamte Zeit dem Studium seines eigenen Curriculums und dem Bücherschreiben zu widmen. Sein Erstlingswerk »The Spectrum of Consciousness« (1977) (dt. »Das Spektrum des Bewusstseins«) begründete seinen Ruf als origineller Denker, der westliche und östliche Psychologie zu vereinen sucht. »No Boundary« (1979) (dt. »Wege zum Selbst«) , das diese Arbeit zusammenfasst, ist eines seiner populärsten Bücher. Seine zentralen Werke »The Atman Project« (1980) (dt. »Das Atman Projekt«) und »Up from Eden« (1981) (dt. “Halbzeit der Evolution«)  umfassen die Gebiete der Entwicklungspsychologie und der Kulturgeschichte.

In seiner neueren Arbeit, besonders im umfangreichen »Sex, Ecology, Spirituality« (1995) (dt. »Eros, Kosmos, Logos«) kritisiert er nicht nur die westliche Kultur, sondern auch gegenkulturelle Bewegungen wie das New Age. Seiner Meinung nach nähert sich keine davon der Tiefe und Ausführlichkeit der »perennial philosophy« (ewige Philosophie, philosophia perennis), der Konzeption einer Wirklichkeit, die im Herzen aller großen Religionen liegt und die den Hintergrund seiner Schriften bildet. Diese fundamentale Arbeit wurde zusätzlich in »A Brief History of Everything« (1996) (dt. »Eine kurze Geschichte des Kosmos«)zusammengefasst.

In seinem bislang persönlichsten Werk »Grace and Grit« (1991) (dt. »Mut und Gnade«) gibt Wilber einen bewegenden Bericht über die Beziehung zu seiner zweiten Frau, Treya, die 1989 an Krebs starb. In seinem neuesten Buch »One Taste«, einem persönlichen Tagebuch des Jahres 1997, bietet er Einblicke in seinen Lebensstil und seine spirituellen Erfahrungen. Er lebt in Boulder, Colorado.

Im Jahr 2000 gründete er das »Integral Institute«, eine Denkfabrik, die Themen aus Wissenschaft und Gesellschaft auf integrale Weise bearbeitet.


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