Tantra-Rundbrief Feb. 2010
Newsletter - Tantra-Newsletter

Bild: pixelio/achdo
»Was gibt es da zu lachen?«
Können Liebe und Sex lustig sein?
»Humores« heißt Feuchtigkeiten und geht zurück auf die mittelalterliche Säfte- und Temperamentelehre. Toll, gell? Haben die Säfte der Lust etwa gar etwas mit »lustig« zu tun?
Jedenfalls soll dies das Thema des Februar-Newsletters sein, auch wenn der Fasching (ohnehin bei vielen recht unbeliebt) schon vorbei ist.
Wir haben wie üblich auch diesmal nicht nur was zum Lesen dabei, sondern auch was zum Anschauen und Ablachen (garantiert!), das spanischsprachige Filmchen »Gatillaso«, das du auch ohne Spanischkenntnisse verstehen wirst. Außerdem etwas zum Hören und Mitschreiben (die Radiosendung LOVE TALKS mit einem witzigen liebeserotischen Ratespiel und einer ebenso garantiert erotisierenden Geschichte namens »Ménage à trois«). Und nicht zuletzt wollen wir uns ein Musikvideo von »Massive Attack« gönnen, das sicherlich in Manchem von uns etwa folgenden Kommentar auslösen wird: »Oh ho, geht das nicht etwas zu weit? Und was soll denn das mit Tantra zu tun haben?« Sei’s drum, ein Steak essen ist besser als sich ständig danach verzehren.
Dann gibt uns Martin B. in »Orgasmisches Lachen« ein Erlebnis zum Besten, das ihm an einem Zeltfestival widerfahren ist. Und ich bemühe mich weiterhin recht »ernsthaft«, in dem Artikel »Wenn du haltlos traurig bist« einige Beispiele aufzuzählen, an denen wir Humor recht dringend brauchen könnten.
Liebe und Freude wünscht euch Franz
Diesen Rundbrief in der von Franz Lang erstellten Version herunterladen (MS-Word-Format; 5,3MB)
Der TantraNewsletter Februar 2010
Inhaltsverzeichnis
- Edit 1: Ein kurzer Abschiedsbrief,
Pamela Behnke - Edit 2: Ein Briefwechsel zur Begrüßung,
Leela Luna - Edit 3: Leela, das Göttliche Spiel, Franz Lang
- »Ménage à trois« – Die 7. Folge der Radiosendung LOVE TALKS
- »Wenn du haltlos traurig bist«, Franz Lang
- »GATILLASO«, ein spanisches Filmchen zum Ablachen
- »Orgasmisches Lachen«, Martin B.
- »A Mystical Instant«, aus dem Musikvideo »Paradise Circus« von Massive Attack
- Veranstaltungskalender (Connectionhaus, Taste of Tantra, FreYraum, Franz Lang)
- Tantraschulen und Massageinstitute
- Regionalgruppen
- Impressum
Edit 1, von Pamela
Neuer Wind im Newsletter! Liebe Leserin, lieber Leser,
mit dieser Ausgabe übernimmt von nun an Leela Luna gemeinsam mit Franz Lang die Redaktion des Tantra Newsletters. Ich werde mich wieder verstärkt mit der Leitung meiner eigenen Angebote, Tantra & Grounding, Sexualtherapie bzw. unserer Angebote von TASTE OF TANTRA und dem Schreiben eines Buches beschäftigen. Genauer gesagt: Mein Kollege Tomas Langhorst schreibt und ich werde im Hintergrund mit meiner Erfahrung und meinem Wissen dazu beitragen. Eine neue tolle Herausforderung. Die Verbindung mit connection bleibt, so werden unsere Seminare in den nächsten Jahren im Connectionhaus stattfinden.
Das Schreiben des Newsletters gemeinsam mit Franz war eine Lebensbegleitung, da wir Themen aus unserem eigenen Leben aufgegriffen haben und sie durch unser Schreiben vertieft und/oder reflektiert haben.
Manchmal war es so was von zäh für mich, dann hat Franz mich in den Hintern getreten. Danke Franz!!! Und es war toll, mich über diesen Newsletter noch mehr mit interessanten Aspekten des Tantra, des Liebens, des Lebens auseinanderzusetzen, praktisch und in Gedanken und Worten. Aber was sind Gedanken über Tantra, Worte darüber, frage ich mich immer wieder. Ein Geschmack davon vielleicht, ein Anstoß. Aber die Tat ist das für mich Wichtige, die tägliche Praxis, das Bewusstsein, das sich dadurch verändert, Staunen. Was war am Anfang? Das Wort oder die Tat? Hm, ich weiß es nicht mehr.
Für mich war es erst, glaube ich, über Tantra zu lesen. Inzwischen habe ich sehr viel gelesen zu diesem Thema, aber was ist Tantra? Je mehr ich lese, je mehr verschiedene Schulen ich kennen lerne, desto weniger weiß ich’s.
Nicht wissen und trotzdem wissen, da sein, Raum, Raum und nochmals Raum, JA sagen zu mir. Jenseits der Worte ein Wissen, dass in weniger als einer Sekunde die ganze Evolution liegt. Dass diesseits der Grenzen, im Körper und Ego, die Verschmelzung mit dem Ganzen, mit dem Universum enthalten ist. Dass ich, OM, die Straßenbahn bin und trotzdem aufpassen werde, nicht von ihr erfasst zu werden, wenn ich über die Schienen laufe.

Bild: pixelio/Danny König
Und nächstes Jahr um dieselbe Zeit wird sie sicherlich wieder neu sein – meine Sichtweise auf Tantra. In tiefer Dankbarkeit dafür, dass ich Tantra kennen gelernt habe,
Namaste! Pamela
— Pamela Behnke, www.taste-of-tantra.de
Ich danke dir, liebe Pamela, für die inspirierende Zeit, die ich mit dir verbringen durfte! Besonders dann, wenn wir uns Gedanken machten über das, was wir in den TantraNewsletter einbringen wollen, waren wir nahe dran am Leben, an deinem Leben, an meinem Leben. Wir haben unsere gemeinsame Aufgabe nicht nur als journalistisches Ehrenamt gesehen, sondern wollten uns stets auch persönlich und wahrhaftig einbringen mit dem, was wir zusammengetragen oder selber geschrieben haben.
Nun widmest du dich vermehrt wieder deinen beruflichen und familiären Aufgaben. Dafür, liebe Freundin, wünsche ich dir alles Gute und viel Erfolg! — Franz
Was überaus schade war, war dass wir eigentlich nie wussten, wer den Newsletter total gerne liest oder gar gleich nach dem Erhalt gelöscht hatte oder oder oder… deshalb wünsche ich mir auch im Nachhinein, dass hin und wieder ein Feedback in die Redaktion hereinflattert : TNLconnection@aol.com ist unsere Adresse. — Pamela
Edit 2: Ein Briefwechsel zur Begrüßung, von Leela Luna
Lieber Franz,
ich sollte mich also im neuen Tantra-Newsletter vorstellen … indem ich über meinen Namen »Leela« schreibe und noch dazu ein paar ansprechende Fotos von mir finden? O Franz, weißt du eigentlich, vor welch schwierige Aufgabe du mich stellst??? Über mich schreiben ?
»Guten Tag, liebe Leser des TNL, darf ich mich vorstellen? Ich bin die Leela, was soviel bedeutet wie »Göttliches Spiel der Bewusstheit«. Ich bin 37 Jahre alt und 1,73 cm groß, habe ideale 63 kg und beschäftige mich nun schon einige Jahre mit Tantra …«
Nein. Das ist nicht Leela … das ist viel zu trocken. Moment – wie wärs mit dem:
»Hey, ihr alle da draußen, ich bin’s, die Leela, und ich spiele für mein Leben gerne … Mit Würfeln, Bällen, Feuerkeulen, Möglichkeiten … Also ich, liebe Leser, soll in Hinkunft beim Tantra-Newsletter mitwirken, obwohl ich nie weiß, wie ich fertig werden soll mit so einem erschreckend weißen, leeren Bildschirm vor mir und– so nebenbei bemerkt – warum in aller Welt hab ich mich bloß dazu bereit erklärt …?«
Naja, ist vielleicht auch nicht so toll.
Franz, Hilfe!!!
Ich kann gut Briefe schreiben, aber einen Tantra-Newsletter? Vielleicht sollte ich mich doch lieber »Göttliches Spiel der Ratlosigkeit« nennen? Oder in meinen Namen Leela hineinwachsen, und sie leicht und voller Freude nehmen, diese Hürde …
»Ich bin Leela. Göttliches Spiel der Bewusstheit. Diesen Namen habe ich mir am Ende eines Tantra-Jahrestrainings gegeben, um mit ihm in einen neuen Lebensabschnitt zu gehen. Ich wollte von nun an leicht und elastisch auf die Unebenheiten des Lebens reagieren, Freude am Weg und nicht am Ziel haben. Spielen, nicht um zu gewinnen oder zu verlieren, sondern einfach um seiner selbst willen. Einige Jahre gehe ich nun schon diesen Weg, manchmal ein Liedchen pfeifend, manchmal ein bisschen wehklagend und jammernd, und manchmal auch ganz still. Und das darf so sein, denn Leela schließt nichts aus …
Osho, mein lieber Freund, hat über Leela gesagt:
»Bei mir kann nichts falsch laufen, denn da gibt es nichts, das richtig ist. Nur wenn etwas richtig ist, kann etwas falsch laufen. Wenn nichts richtig ist, dann kann auch nichts falsch sein.
Genau das besagt die östliche Vorstellung von Leela – Spiel. Solange ich hier bin, genieße ich dieses Spielerische. Ich genieße es enorm, genieße es ganz gewaltig.«
Und das hab ich gefischt auf wikipedia:
»Das Spiel (v. althochdt.: spil für »Tanzbewegung«) ist eine Tätigkeit, die ohne bewussten Zweck zum Vergnügen, zur Entspannung, allein aus Freude an ihrer Ausübung ausgeführt wird. Es ist eine Beschäftigung, die um der in ihr selbst liegenden Zerstreuung, Erheiterung oder Anregung willen und oft in Gemeinschaft mit anderen vorgenommen wird.«Wikipedia: Spiel
![]()
Wie stimmig! Bin ich doch neben meiner beruflichen Tätigkeit als Sonderpädagogin leidenschaftliche Tänzerin, Circus-Trainerin, Clownfrau, Feuerartistin, Seminar-Raum-Organisatorin und Musikerin. Mich anzunähern an diese spielerische Leichtigkeit, alles ohne »bewussten Zweck, zum Vergnügen, allein aus Freude« zu tun – erfühle ich – ist meine Lebensaufgabe. Es gelingt nicht immer, aber immer öfter. So möchte ich auch meine Tätigkeit, am Tantra-Newsletter mitzuarbeiten, sehen: »Leela-leicht« möchte ich mit euch meine Gedanken, Ideen und Visionen teilen. Ich freue mich auf diese neue Chance: mit Worten, Möglichkeiten, selbst mit großen, furchteinflößend leeren, weißen Bildschirmen vor mir … zu spielen.
Achtung, fertig, los!
Was meinst du dazu, Franz? Bis bald, es umarmt dich
Leela
Liebe Freundin,
ja, das ist schon mal ein guter Anfang! Vielleicht magst du noch den Augustinus-Text einfügen und etwas mehr Biographisches hineinbringen? Und bitte sei so lieb und schick mir ein paar Fotos von dir.
Liebe Grüße,
Franz
Lieber Franz,
na klar können wir den Augustinus-Text reinbringen – der ist aber auch so was von schön …
Bild: pixelio/maren beßler![]()
Ich lobe den Tanz
denn er befreit den Menschen
von der Schwere der Dinge
bindet den Vereinzelten
an die GemeinschaftIch lobe den Tanz
der alles fordert und fördert
Gesundheit und klaren Geist
und eine beschwingte SeeleTanz ist Verwandlung
des Raumes, der Zeit, des Menschen
der dauernd in Gefahr ist
zu zerfallen ganz Hirn
Wille oder Gefühl zu werdenDer Tanz dagegen fordert
den ganzen Menschen
der in seiner Mitte verankert ist
der nicht besessen ist
von der Begehrlichkeit
nach Menschen und Dingen
und von der Dämonie
der Verlassenheit im eigenen IchDer Tanz fordert
den befreiten, den schwingenden
Menschen
im Gleichgewicht aller KräfteIch lobe den Tanz
O Mensch lerne tanzen,
sonst wissen die Engel
im Himmel mit dir
nichts anzufangen! — Augustinus
Und was Biographisches? Hmmm … ich könnte ja auf meinen Artikel »Sie will beides« im Connection-Tantra-Special 08–12/09 verweisen, da schreibe ich einiges über mich und meinen Nicht-Weg.
An dieser Stelle würde es passen anzumerken, dass ich den Partner von damals nicht mehr habe – denn ihm hat ja der Artikel, in dem ich mich quasi fast öffentlich zur Polyamorie bekenne, weniger gefallen. Komisch – obwohl er eigentlich immer davon wusste, und phasenweise auch so gelebt hat, wollte er plötzlich doch wieder zurück in die eher »gesellschaftskonforme« Lebens- und Liebesweise. In der Tat – es ist nicht leicht, das Lieben, das Beziehungen-Führen, egal wie man sich entscheidet, zu leben. Aber das ist ja eines der spannenden Themen, über die ich gerne schreiben möchte: Wie kann man Tantra im Alltag leben?
Inzwischen gibt es eine andere Herzensbeziehung in meinem Leben zu einem 10 Jahre jüngeren Mann, der mich oft überrascht mit seiner inneren Reife, seinem Mut und seiner Experimentierfreudigkeit. Wir scheinen ein wundervolles Team zu sein, wir genießen die große Intimität und Freiheit, die wir uns gegenseitig zugestehen können, und wollen beide gerne mit und aneinander wachsen – uns einlassen auch auf all das Ungewisse in unserem LebenLieben.
Ich freue mich über die vielen »Experimentierfelder« in meinem Leben … der freYraum, als kleines Begegnungszentrum in der Stadt, in der ich lebe, den ich mit viel Liebe und Hingabe gestalte und belebe, vermiete und gemeinsam mit meinem Liebsten und vielen Freunden mit Lebendigkeit und Kreativität fülle; die Arbeit in der Schule mit meinen lieben und beherzten Kindern; den Tanz, und natürlich diesen intensiven tantrischen Weg, der mich irgendwie hierher geführt hat, zu dir, Franz, und auch zum Connection-Haus.
Ich freue mich auf unsere Arbeit!
Franz, was meinst du? Herzlichst,
deine Freundin Leela
Ich finde es wunderbar. Danke. Dein Freund Franz
Edit 3: Leela, das göttliche Spiel, von Franz
Gott als größter comedian? Es hat irgend etwas. Immerhin das attraktive Gegenstück zur fortwährenden Tragik des menschlichen Lebens auf unserem Planeten.
Weil Leela Luna von nun an den Newsletter mitgestalten wird, wollen wir uns einmal ganz kurz mit diesem Begriff »Leela« beschäftigen. Da denken wir vielleicht an das göttliche Kind Krishna, den stets zu Streichen aufgelegten himmlischen Schalk. Oder wir denken an das verspielte Kind in Mozart, mit seinen leicht obszönen Witzchen, oder an manchen verrückten Weisen, der sich bei seinen Ungehörigkeiten um das Geschrei der Welt wenig gekümmert hat.

Papageno, Mozarts lustiger Held
Bild: pixelio/GeWo
»Der sinnliche Mensch lacht oft, wo nichts zu lachen ist. Was ihn auch anregt, sein inneres Behagen kommt zum Vorschein.« — J.W. von Goethe
»Humor ist die Gabe eines Menschen, der Unzulänglichkeit der Welt und des Menschen, den Schwierigkeiten und Missgeschicken des Alltags mit heiterer Gelassenheit zu begegnen.« So steht es im DUDEN. Fein, oder?
»Humores« heißt auch Feuchtigkeiten und geht zurück auf die mittelalterliche Säfte- und Temperamentelehre. Toll, gell? Haben die Säfte der Lust etwa gar etwas mit »lustig« zu tun?
Jedenfalls soll dies das Thema des Februar-Newsletters sein, auch wenn der Fasching (ohnehin bei vielen recht unbeliebt) schon vorbei ist.
Wir haben wie üblich auch diesmal nicht nur was zum Lesen dabei, sondern auch was zum Anschauen und Ablachen (garantiert!), das spanischsprachige Filmchen »Gatillaso«, das du auch ohne Spanischkenntnisse verstehen wirst. Außerdem etwas zum Hören und Mitschreiben (die Radiosendung LOVE TALKS mit einem witzigen liebeserotischen Ratespiel und einer ebenso garantiert erotisierenden Geschichte namens »Ménage à trois«). Und nicht zuletzt wollen wir uns ein Musikvideo von »Massive Attack« gönnen, das sicherlich in Manchem von uns etwa folgenden Kommentar auslösen wird: »Oh ho, geht das nicht etwas zu weit? Und was soll denn das mit Tantra zu tun haben?« Sei’s drum, ein Steak essen ist besser als sich ständig danach verzehren.
Dann gibt uns Martin B. in »Orgasmisches Lachen« ein Erlebnis zum Besten, das ihm an einem Zeltfestival widerfahren ist.
Und ich bemühe mich weiterhin recht »ernsthaft«, in dem Artikel »Wenn du haltlos traurig bist« einige Beispiele aufzuzählen, an denen wir Humor recht dringend brauchen könnten.
Liebe und Freude wünscht euch Franz
—
Franz Lang, www.atmelis.com
»Ménage à trois – Die Liebe zu dritt«
Die 7. Folge der Radiosendung LOVE TALKS im Freien Radio Freistadt, www.frf.at

Bild: pixelio/leocat
Ein erotischer Leckerbissen über Drei, die einander begegnen wollen. Außerdem in der Sendung: »Die heilige Hure« und das Liebesrätselspiel »Gott und Göttin«. Zum Downloaden und Streamen (Nachhören):
Ménage à troi – Die Liebe zu dritt (Cultural Broadcast Archive)
Wenn du haltlos traurig bist
Bist du etwa haltlos?
haltlos …
los, halt! …
lass halt …
halt Last …
Altlast …
lass Last …
lass los …
lass Lust …
lustlos …
halt Lust …
halt, los!
Wenn du haltlos traurig bist, bleibt dir das letzte Lächeln weg. Allenfalls noch Sarkastisches kommt über deine Lippen, aber das ist zumindest auch noch eine Dosis von Humor, wenn auch eine bittere. Wenn du gerade deine letzten Ersparnisse verloren hast auf dem Aktienmarkt? Oder deine Liebe dich verlässt?
Kannst du in tiefster Verzweiflung das Lächeln noch wahrnehmen, das dir das Leben just in diesem Augenblick schenkt? Ein Passant auf der Straße, ein Kind? Ein spielendes Kätzchen? Kannst du? Können wir das?

Bild: pixelio/pitlafit
Wie oft kann Lachen verletzend sein! Wenn wir uns ausgelacht fühlen. Es trifft uns in unserer Scham, in unserem Schmerz, in unserer Angst.
Angst und Scham stehen an der Schwelle unseres Ich-Bewusstseins. Dort, wo es geboren wird, harren die zwei »Hüter der Schwelle«, Angst und Scham, und erinnern uns an die »Ursünde«, an unser Abgespalten-Sein vom göttlichen Ganzen, an den Fall aus der Einheit. Unser Schuldbewusstsein hat da seinen Ursprung. Ein vermeintlicher Fall, eine Illusion, oder die Wahrheit?
Es gibt keinen Humor, losgelöst von der Tragik dieses Moments, der sich tausendfach in unserem Leben wiederholt. Was gäbe es zu lachen, wenn wir im Bewusstsein der Einheit verblieben wären? So hängt Leela, der göttliche Humor, das Spiel mit den Möglichkeiten der Freiheit, stets mit dem Scheitern, mit dem Leiden, mit dem Unglück unserer Existenz zusammen.
Lust und Scham, Mut und Angst, sie scheinen aneinander gekettet zu sein wie Vertrauen und Misstrauen, wie die peinliche Schmach einer Niederlage mit der Freude über den Erfolg. Wenn du gerne Fußball guckst oder spielst, oder eine andere Wettkampfsportart, wirst du es sehen und erleben. Die Polaritäten des Ego. Die Scham, ein Tier zu sein, und der Antrieb zur Höherentwicklung. Das unauslöschliche Leid, das wir jemandem zugefügt haben und die Hoffnung auf Vergebung. Schadenfreude und Vergeltungsbedürfnis versus Mitgefühl und Hilfsbereitschaft.
Es gibt aber auch die Freude, sich selbst zu überwinden. »Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden«, soll Jesus gesagt haben. Die befreiende Freude, die aufkommt, wenn wir nicht aus dem Ego heraus gehandelt haben. Dieser unschuldige Frohsinn, der sich einstellt, wenn wir dem Anderen eine Freude gönnen. Und wie ist es dann mit der Eifersucht, die aus dem Verlangen kommt, für sich allein das Optimum zu besitzen? Oder die Freude darüber, auf einen Genuss verzichten zu können?
Sex kann so schön sein, dass es nicht mehr zum Aushalten ist. Der Körper kann zum Bersten voll vor Lust sein. Kannst du dann innehalten, aufhören? Können wir das?

Bild: pixelio/Michael Hirschka
Wer über sich lachen kann, wenn wieder einmal alles misslingt, das Essen am Herd anbrennt, so dass stundenlanges Lüften den Geruch immer noch nicht vertreiben kann, wenn dann der Computer auch noch hängen bleibt, die lang erwartete Mail aus Versehen gelöscht wird, oder die über eine halbe Stunde lang sorgsam ausgearbeitete Liebesbotschaft an SIE für immer gelöscht wird und du sie niemals wieder so schön formulieren kannst? Wenn auch noch der Akku deines Handy leer ist, während du den Anruf von deiner neuen Flamme erwartest? Wenn du außerdem vor einer Stunde zum siebenundfünfzigsten Mal in diesem Jahr auf der Straße kostenträchtig geblitzt wurdest?
Wem ist schon einmal in größter Feierlichkeit und Würde die Hose runter gerutscht oder der Reißverschluss an der Hose offen gestanden? Hast du schon einmal gemerkt, wie sie über dich kichern, wenn du mit lässigen Schritten von der Toilette kommend zu deinem Sitzplatz zurück schlurfst und dabei dein Hemdzipfel noch aus dem Hosenschlitz lugt? Oder dir gar eine Brustwarze herausgerutscht ist aus dem sommerlichen Dekolleté, während du im Cafe selbstvergessen dem Gespräch über den Tisch gelauscht hast? Wer ist schon einmal gestolpert und hingefallen, wenn er sich anschickte, seiner Liebsten die feierlichste Liebeserklärung des Lebens zu geben?
Wenn dir inmitten der schönsten tantrischen Übung, während du Stufe um Stufe deine Energieleiter hinaufsteigst, plötzlich eine unfreiwillige Ejakulation den ganzen Spaß verdirbt? Hast du schon einmal im Bett schlaftrunken den Namen der falschen Frau ausgesprochen und dafür eine schlaflose, extrem anstrengende Nacht hinter dich gebracht?
Ok, natürlich kannst du dir das alles bei den großen Komikern im Kino oder beim Kabarett im Fernsehen anschauen und dich halb totlachen dabei, besser aber ist es allemal, es selber zu erleben, selber der Held dieser Geschichten zu sein. Oder nicht?

Bild: pixelio/FRIESE 1962
Wenn du all das bisher wohlbehalten überlebt hast, dann bist du herzlich willkommen im Kreis der siegreichen Helden des Lebens! Dann bist du prädestiniert, die tantrischen Prüfungen, die da noch auf dich warten mögen, meisterlich zu bestehen. So wie unser spanischer Held in dem Filmchen GATILLASO, das wir euch hier gerne zeigen, auch wenn ihr kein Spanisch versteht. Die Botschaft wird euch sicherlich nicht verborgen bleiben.
Wie sieht es nun wirklich aus mit dem Humor in unseren liebeserotischen Aktivitäten? Ist es da nicht ratsam, äußerst vorsichtig mit dem Lachen zu sein? Wie leicht sind wir da gekränkt und fühlen uns ausgelacht, fühlen uns entwürdigt, gar im Bett, wenn etwas mit dem Sex nicht so klappt wie wir es gern hätten … Oh, wie tragisch!!!!
Aber was hat Lust mit lustig zu tun?
Tiefe Liebe ist selten lustig, selten zum Lachen. Wir werden still, ergriffen. Höchstens ein zartes Lächeln gibt unserem Antlitz zusätzlichen Glanz, ein liebevolles oder gütiges Lächeln, ein Lächeln des Mitgefühls kann es sein.
Es gibt Dinge, über die zu lachen beinahe nicht möglich ist. Ich meine nicht die unsägliche menschliche Grausamkeit, Anderen mutwillig Leid zuzufügen, auch nicht Naturkatastrophen oder die Angst eines Menschen vor dem Sterben. Auch eine tiefe Liebe entlockt uns eher ein staunendes »Ah« als ein lautstarkes Lachen. So ist es meistens. Es kann aber auch anders sein. Ein Berührtsein von Wahrheit kann genau so einen ehrfürchtigen Schauer in uns erwecken wie auch ein ausgelassenes, tief befreiendes Lachen.
Heute, beim Liebesspiel, haben wir ungeheuer erleichtert aufgelacht, meine geliebte Frau und ich. Wir haben die Nichtigkeit unserer Probleme und Nöte gesehen und konnten es nicht fassen, worüber wir uns dauernd Sorgen machen.
Worüber wir lachen, ist jene Unzulänglichkeit in uns, über die wir nur durch Lachen hinweg kommen. So ist Humor auch immer Selbstironie und Selbstdistanzierung. Ein spiritueller Entflechtungsprozess. Eine Ego-Identifikation, attachment, wird gelöst: detachment.
Ich würde soweit gehen und sagen: Humor kann auch mal als Selbstzertrümmerung erlebt werden, eine besondere Form der Selbstauflösung …

Bild: pixelio/tararom
Warum hat Buddha denn anscheinend nicht gelacht? War er schon darüber hinweg, noch irgend eine Unzulänglichkeit in sich zu erkennen und konnte deshalb mit stiller, heiterer Gelassenheit dem menschlichen Treiben zusehen?
— Franz Lang
Orgasmisches Lachen

Bild: pixelio/ottoman33
Das Fest war voll im Gange, Freunde saßen rund ums Lagerfeuer, redeten, musizierten, aber ich lag zu diesem Zeitpunkt bereits mit meiner Liebesgefährtin in einem der Zelte, die nur ein paar Meter neben der Festgesellschaft standen.
Wir hatten uns schon sehr bald von unseren Freunden davongemacht, um einen schönen, erotischen Abend zu zweit verbringen zu können. Wir liebten uns im Rhythmus der Trommel- und Gitarrenklänge, welche wir auch in unserem Zelt sehr gut hören konnten. Die Trommeln wurden schneller und ekstatischer, und so auch ich und meine Shakti. Durch den schnellen Rhythmus näherten wir uns immer schneller und schneller dem Höhepunkt unseres Liebesspiels. Und als ich am »point of no return« angelangt war … STILLE.
Die Musiker außerhalb unseres Liebeszelts stoppten abrupt, alles war still und ruhig, so auch wir in unserem Zelt. Ich biss die Zähne zusammen und blickte meiner Shakti in ihr leicht errötetes Gesicht, bis wir beide es nicht mehr aushielten und plötzlich lauthals zu lachen begannen. Wir lachten laut und aus ganzem Herzen und wir lachten sogar noch, als wir beide bereits unseren Orgasmus hatten, denn dieser kam über uns, als wir uns voll und ganz dem Lachen hingegeben hatten. :-)
— Martin
A Mystical Instant …

Bild: pixelio/Nuddlpoop
Link: Musikvideo von Massive Attack: »Paradise Circus«
- Vimeo.com

- oder: MyVideo (Login erforderlich)

- oder: andamosarmados.com

»Oh boy, the orgasm is a point in time that can’t be measured, a mystical instant that does not really exist in this dimension.« — Georgina Spelvin, Ex-Prostituierte und Pornodarstellerin

Bild: pixelio/multipla
So lautete der Gruß am Ende einer Mail, die ich kürzlich erhalten hatte:
… wünsche euch heitere Gelassenheit mit einem schnurrigen Lächeln, liebe Grüsse, Nora
… und das ist sicherlich recht angebracht nach diesem Video.
— Franz
Veranstaltungshinweise
Connectionhaus, Niedertaufkirchen
-
freYraum, A-4240 Freistadt, Pfarrgasse 16
- vom 5. bis 6. März wird Martin Kollroß einen Trommelworkshop (Djembe) für Anfänger abhalten. Anmeldung: 0043–680–3065466, mez@fan.priv.at
- am 13. März gibt es einen »Tantra-Tag« mit Aloisia Zilinski, an dem ihr in die Welt des »Advaita-Tantras« schnuppern könnt – Info siehe pdf-Datei: Tantra-Tag (885KB)
- am 20. März gibt es wieder ein Enneagramm-Seminar mit Franz Lang (viele interessante Erkenntnisse über sich selbst und andere…auch zum Schmunzeln;-)
Das Enneagramm ist ein effektives System, um sich selbst in Beziehung mit anderen Menschen zu verstehen. Es zeigt neun Archetypen auf, z.B. die Königin, den Krieger, die Jungfrau, den Held, die der Selbstwahrnehmung und dem Verhalten eines jeden Menschen zugrunde liegen.
Was passiert, wenn der »Krieger« auf die »Jungfrau« trifft, usw.
Eine spannende Entdeckungsreise in die eigene Seele.
- Wann?
- Samstag, 20. März 2010, 10 – 18h
- Anmeldung
- bei Manuela Haunschmidt, 0043–(0)660 310 30 50, 0043–(0)7942–72228
- Teilnahmegebühr
- pro Person: 70,– €; pro Paar: 100,– €; Frühbucherbonus bis 6. März: 60,– €/90,– €; Kontonummer: 722 60 20 0000, Kontoinhaberin: Manuela Haunschmidt, Volksbank, BLZ: 43 210
Tantraschulen
Eine regelmäßig aktualisierte Übersicht findest du auf unserer Seite Tantraschulen und Tantramassage-Institute
Tantra-Regionalgruppen
Impressum
Copyright Webmagazin und Newsletter: 2010 by Connection AG, D-84494 Niedertaufkirchen. Alle Rechte vorbehalten. V.i.S.d.P.: Wolf Schneider. Redaktion dieser Ausgabe: Wolf Schneider, Leela Luna und Franz Lang. Wir freuen uns über die Einsendung von Texten und Bildern, können diese aber leider nicht honorieren.
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